|
PhilosophieLichtMal – Zentrum für Freunde der Schwarzweiß-Fotografie will die analoge Schwarzweiß-Fotografie pflegen und fördern. Wir wollen durch die Entschleunigung des Bildermachens wieder zum Fotografieren kommen. Fotografieren bedeutet für uns, dass wir uns strikt vom bloßen Abknipsen der Welt trennen. Wir knipsen nicht herum, sondern wir gestalten bewusst ein Bild. Abgebildet wird mehr als genug und das Abgebildete muss auch mehr als genug erklärt werden. Aber was trennt ein Bild vom bloßen Abbilden? Ein Bild muss Kraft haben; es muss die Kraft haben, sich vom Fotografen zu lösen. Es muss aus sich heraus erklären und dem Betrachter sich zuwenden zu können. Wir dürfen deshalb die Gestaltung eines Bildes nicht dem Zufall des Knipsens überlassen Aber wenn ich mit meiner Kamera losgehe, wo ist das Bild? Wo muss ich es suchen? Du wirst es vergebens mit Deinen Augen suchen. Das Bild ist schon in Dir, du musst den Mut entwickeln, dort das Bild zu finden. Die Kamera ist nur ein Werkzeug, dieses Bild, das in Dir ist, sichtbar zu machen. Dazu hilft das Fotografieren in schwarzweiß. Schwarzweiß abstrahiert. Es reduziert sehr streng die gesehene Farbe in Grauwerte. Dadurch zeigt es gnadenlos das Zuviel im Bild, das Überflüssige und das Zuwenig. Um das zu sehen, machen wir einen Umweg und stellen uns selbst in die Dunkelkammer. Dort entwickeln wir in Chemie und mit aller nötigen Hingabe unsere Filme und Abzüge selbst. Hier in der Dunkelkammer begreifst Du erst, wie es wirkt, wenn Farbe in Grauwerte abstrahiert wird. Hier spürst Du den Bildaufbau, entwickelst die handwerklichen Finessen, aber auch die ästhetische Kraft, um ein Bild zu einem Bild zu gestalten. Der Prozess der Dunkelkammerarbeit gehört zwingend zur Schwarzweiß-Fotografie dazu, ansonsten ist das Fotografieren in schwarzweiß nicht zu verstehen. |